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26 / 27 Juni 2021
31. März 2014

Alles wieder auf Anfang für Wasserburg

Die künftige Nutzung der Wasserburg in Gebhardshagen liegt vorerst auf Eis.

Nachdem die Stadt den Verkauf an die Projektentwicklerin PCS Procon System GmbH im Dezember abgelehnt hat, weil sie befürchtete, dass es lediglich zur Ansiedlung eines Supermarktes kommen könnte, geht vermutlich wieder alles auf Anfang. „Wir müssen uns Zeit nehmen von bis zu drei Jahren, um ein vernünftiges neues Konzept zu entwickeln“, betont Baudezernent Michael Tacke.

Die Stadt sei offen gegenüber allen Vorschlägen, doch Schnellschüsse seien nach fast dreieinhalbjährigem Ringen um eine mögliche Realisierung des PCS-Konzepts nicht empfehlenswert, sagt er. Tacke wünscht sich zunächst eine klare Richtungsvorgabe durch die Politik. „Es muss geklärt werden, was überhaupt gewollt ist – Einzelhandel etwa auf kleinerer Verkaufsfläche, Altenwohnungen oder vielleicht ein Gründerzentrum?“, betont der Beamte.

Ihm schwebt daher ein Bürgerdialog in der zweiten Jahreshälfte vor. Ähnlich wie bei der Planung zur Gestaltung des Marktplatzes in Salzgitter-Bad könnten die Salzgitteraner auch in Sachen Wasserburg in einem Workshop Vorschläge einbringen und Ideen sammeln. Gemeinsam mit der Ortspolitik könnte dann über ein neues Zukunftskonzept für die Burg nachgedacht werden, empfiehlt Tacke.

Um die Bausubstanz der bis zu 800 Jahre alten, teilweise vom Verfall bedrohten Burg bangt Tacke nicht. Es bestehe keine unmittelbare Einsturzgefahr etwa für Kuh-, Schweine- und Schafstall, erklärt er. Für die Erhaltung beispielsweise des denkmalgeschützten Torhauses werde die Stadt Sorge tragen, für die nötige Sanierung der Dächer der historischen Anlage Mittel bereitstellen. Besonders wichtig und noch festzulegen sei aber eine abgestimmte Nutzung der gesamten Anlage.

DIE VORGESCHICHTE DER WASSERBURG

Das vorerst letzte Konzept zur künftigen Nutzung der Wasserburg stammte von der Projektentwicklerin PCS Procon System GmbH. Das Unternehmen hatte als einziger Anbieter in einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag des Rates erhalten für den Kauf von Gebäuden und einer 3,3 Hektar großen Teilfläche.

Die Absicht der PCS war, als Projektentwicklerin im früheren Schafstall einen knapp 2000 Quadratmeter großen Edeka-Markt anzusiedeln. Als Investorin wollte sie das übrige Areal etwa für barrierefreie Wohnungen und eine Burg-Akademie herrichten.

Das Vorhaben scheiterte Mitte Dezember 2013 im Rat. Die Stadt zweifelte an der Finanzierbarkeit des Gesamtkonzeptes.

Dass sich trotz derzeitigem konzeptionellen Stillstand was tut in der Wasserburg in Gebhardshagen zeigt die Renovierung des Herrenhauses durch den Förderverein. Jüngst erst konnte sich das erste Paar im neuen „Haus der Begegnung“ trauen lassen.

 

Bericht: Salzgitter Zeitung