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06 & 07 Juli 2019
19. Februar 2013

In Gebhardshagen stand einst eine Burgkapelle

Die Edelherren von Hagen sind seit 1129 bezeugt, die Burg wird um 1186 als "castro quod appellatur haghen" (Burg, die Hagen genannt wird) bezeichnet. Die an der wichtigen Heer und Handelsstraße Minden

- Halberstadt liegende Burg wurde bis etwa 1280 Stammsitz der Familie von Hagen, über die aber nur wenige weitere Nachrichten überliefert sind. Bekannt ist, dass die Familie von Hagen innerhalb des Burgbezirks eine Burgkapelle errichten ließ. Ihr Standort ist noch nachvollziehbar. Die im Ostgiebel der Burgscheune rechts neben dem Scheunentor in einer Breite von 4 m sichtbare massive Wand mit einem hoch angebrachten Fenster hat eine Stärke von 1,20 m. Sie knickt in der verdeckten Mitte im stumpfen Winkel nach innen ab und bildet den Ostteil der ehemaligen Burgkapelle. Hier wurden die Burgbewohner geistlich versorgt.


Erste Nachricht über den bei der Burg entstandenen Ort gibt 1235 die Erwähnung des Pfarrers Heinrich von Hagen (Heinricus plebanus de Indagine) als Leutepfarrer, der zuständig war für die Menschen außerhalb der Burganlage, im Dorf Hagen. Es ist zwar nicht das „Gründungsjahr“ des Dorfes Gebhardshagen, wohl aber - nach Edelherren und Burg - das seiner ersten quellenmäßigen Erwähnung. Bei der Betrachtung des kirchlichen Lebens bleibt zu berücksichtigen, dass die geistliche Versorgung auf dem Land zu dieser Zeit mangelhaft war.

Zu mehr als der Teilhabe an den wichtigsten kirchlichen Festen hatten die Bauern keine Zeit. Es fand sich auch eine mangelhafte Ausbildung bis in die höheren kirchlichen Ränge, denn es war nicht immer die theologische Qualifikation, die den Aufstieg dorthin ermöglichte oder gar garantierte.
Zur Zeit der Herren von Bortfeld wurde der Name Hagen um den in ihrer Familie häufigen Vornamen Gebhard erweitert. Dies geschah, um das braunschweigische Hagen von den anderen ebenfalls im Besitz der Herren von Bortfeld befindlichen Hagen zu unterscheiden.
Der neue Name Gebhardshagen bezog sich bis ins 16. Jahrhundert nur auf die Burg. Anfang des 15. Jahrhunderts zogen die Bewohner der frei liegenden Rodungssiedlungen Weddem und Kirchheerte in den Schutz der Burg. Ihre Orte fielen wüst und ihr Land wurde in die Hagener Flur eingegliedert. Aufgrund dieses Bevölkerungszuwachses benötigte das wachsende Dorf Hagen eine größere Kirche, und so wurde die St. Nicolai Kirche außerhalb des Burgbereiches errichtet.
Der Kirchenneubau war auch der Beginn, dass sich das kirchliche Leben im Dorf abspielte und nicht mehr im Burgbereich. Durch das Anwachsen der wirtschaftlichen und dem Rückgang der militärischen Bedeutung der Burg Gebhardshagen wurden das Zeughaus und Burgkapelle zur Burgscheune.

Im 16.Jahrhundert wurde die Burg Gebhardhagen Amtssitz.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) erlitten Burg und Dorf Gebhardshagen Schäden, danach wurde die Burg zeitgemäßer als Domäne geführt. Der Scheunenraum war bereits um 1560 durch eine südliche Ergänzung fast verdoppelt worden. Herzog Rudolf August (1666-1704) schrieb erstmals das Amt und die landwirtschaftliche Domäne Gebhardshagen öffentlich zur Verpachtung aus. Somit erhielt der Geheime Kammerrat und Kanzler Hermann Höpfner aus Kronstedt im Jahr 1671 als Erster und Meistbietender den Zuschlag als Pächter. Die Laufzeiten der Pachtverträge dauerten drei, sechs, neun oder zwölf Jahre; sie waren dem Rhythmus der Dreifelderwirtschaft angepasst.

 

Beitrag: Stadt Salzgitter