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27 / 28 Juni 2020
29. Juni 2015

Treffen bei Hopfengesöffen und Met

Wer am Wochenende auf das historische Gelände der Wasserburg in Gebhardshagen wollte, landete sofort im Mittelalter.

Denn die Edelherren von Hagen forderten erst einmal einen Wegzoll – die Nachfahren nannten es freiwillige Spende für die Unterhaltung der Burg.

Doch diese Spende lohnte sich. Was die 220 mittelalterlichen Akteure, Frauen, Männer und Kinder, im Hof und auf der Wiese des ehrwürdigen Burggemäuers zeigten, war ein echtes Spiegelbild des Lebens aus der Zeit der Ritter und Fürsten. Schon nach dem ersten Tag waren sich die Besucher, aber auch die Ritter, Gaukler, Hofnarren und Schwertkämpfer einig: eine bessere Umgebung für das „spectaculum gebhardi hagensis“ der Stadt Salzgitter gibt es nicht.

Hier konnten alle in der kleinen Zeltstadt, die sie aufgebaut hatten, ihre Leidenschaft als mittelalterliche Bauern, Bäcker, Schreiner, Knechte, Sattler, als Mägde oder als Schmiedegesellen ausleben. Und sie konnten ihren Traum vom geliebten mittelalterliche Leben verwirklichen und dabei den Gästen „gar köstliche Lustbarkeiten“ bieten.

„Wir sind schon inzwischen eine kleine Familie“, sagte Jörg Sattler, der vor seinem kleinen Wagen saß und seiner Arbeit als Sattler nachging. Und Vogt Christian Brandt, der mit seiner Darstellergruppe „Historia Magica“ auch die Schwertkämpfer stellte, nannte dieses Leben ein tolles Hobby.

Organisiert wurde das Spektakel vom Förderverein, der nicht nur zum Staunen und Mitmachen eingeladen hatte, sondern auch zu Hopfengesöffen und Met. Michael Schmidt, der mit Karl-Heinz Bremer und Frank Miska den Markt organisiert hatte, freute sich: „Das war total gut. Die Besucher hatten viel Spaß.“ Eine Besucherzahl nannte er nicht. „In jedem Fall aber waren es wesentlich mehr Gäste als im Vorjahr.“ Am Sonntag waren etwa so viele Besucher da, dass es kaum noch Parkplätze gab.

Schmidt hatte aber auch beobachtet, dass die Besucher wissbegierig gewesen waren und sich gerne in die Geheimnisse des Mittelalters haben einführen lassen. Friedrich Köhler beispielsweise ließ sich von Jo Bai und Alexander Wöhler das Schmieden zeigen. Verabredet wurde dafür ein Kurzunterricht im Löten.

Es war für die Besucher nicht ganz einfach, alle Stände und alle Angebote auch zu nutzen und mitzumachen. Doch immer da, wo etwas Spannendes geschah, sorgten die Musikgruppe mit ihren Trommeln und mittelalterlichen Marktsackpfeifen (Dudelsäcken) für das musikalische Signal. Das war auch am Abend so, als sehr spät die spannende Feuerschau begann.

Begeisterte Zuschauer hatten an beiden Tagen die Vorführungen der Falknerei Eulenhof beobachtet. Tatjana Kosfeld war eine gute Erzählerin und ließ Karin, den Sibirischen Uhu, Urmel, den Virgina-Uhu, Muriel, den Wüstenbussard, und Attila, den Steppenadler, kräftig mit dem Flügeln schlagen.

So etwas wie das Salz in der fröhlichen mittelalterlichen Suppe waren die Tänzerinnen, die sich aus vielen Städten in Gebhardshagen trafen und mit ihren Versionen des Tribal Style Dance immer dort auftauchten, wo die Musik zu spielen anfing. Organisiert hatte dies die bei den Tänzerinnen im Land als „Erna Meier“ bekannte Salzgitteranerin.

 

Bild und Bericht: Horst Körner  Salzgitter Zeitung